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Mit dem Graf-von-Soden-Erfindungspreis honoriert die ZF Friedrichshafen AG herausragende Patentanmeldungen und somit großartige bisherige Leistungen ihrer Entwickler

ZF-Erfindungspreis für Mitarbeiter: Technologiekonzern prämiert zehn herausragende Einzel- und Teaminnovationen

18. Mai 2016 | 13:59 Autor: ZF Österreich, Deutschland

Friedrichshafen (D) ZF prämierte zehn herausragende Mitarbeiter-Innovationen – für unterschiedlichste Produkte, Prozesse und Mobilitätssparten – mit dem unternehmensinternen Graf-von-Soden-Erfindungspreis. Die Auswahl fiel der Jury nicht nur wegen der zwei neu hinzugekommenen Divisionen besonders schwer; es lag schlicht an der Patentfülle, die die ideenreiche ZF-Belegschaft alleine im Jahr 2015 geschaffen hatte: Insgesamt 1.036 Erstanmeldungen gab es zu verzeichnen, ein Anstieg von 14% im Vergleich zum Vorjahr. Einer der häufigsten Beweggründe, etwas Neues zu erfinden, war die erneute Steigerung der Sicherheit – ob von Personen, Funktionen oder Prozessen.

„Die Innovationskraft unserer Mitarbeiter betrachten wir nicht nur als wesentlichen Fortschrittsmotor, sondern auch als gelebten, tief verwurzelten Bestandteil unserer Unternehmenskultur“, sagt Dr. Stefan Sommer, Vorstandsvorsitzender von ZF. „Umso bedeutender ist es für uns, die Mitarbeiterleistungen auf diesem Gebiet zu honorieren und zu fördern“, so Sommer. Der jährliche Graf-von-Soden-Erfindungspreis – benannt nach Alfred Graf von Soden-Fraunhofen (1875 – 1944), Mitgründer, erster Geschäftsführer und späterer Vorstand von ZF– hat sich dabei als Fixpunkt etabliert.

2016 rückte der Preis bei seiner insgesamt vierten Auflage zehn neue hervorstechende Erfindungen der ZF-Mitarbeiter in den Fokus. Eine stammt dabei aus der zentralen Forschung und Entwicklung und insgesamt neun weitere kommen aus den Divisionen des Konzerns. Diese sind seit der letzten Verleihung des Erfindungspreises 2015 von vier auf sechs Divisionen gewachsen: zunächst mit der Integration des ehemaligen US-Unternehmens TRW Automotive als Division Aktive & Passive Sicherheitstechnik und wenig später mit der neu gegründeten Division E-Mobility. Beides hat die Spannbreite der Erfindungen weiter erhöht. Doch auch deren schiere Anzahl beeindruckt: Zusammengenommen gab es im Jahr 2015 konzernweit 1.036 Patent-Erstanmeldungen. Die zehn honorierten unter ihnen sind nachfolgend etwas näher vorgestellt:

(1) Vor dem Hintergrund, dass die Qualität eines Automatgetriebes mit davon abhängt, wie die unterschiedlichen Zahnräder im Inneren zusammenwirken, hat die Division Pkw-Antriebstechnik eine neue Glättvorrichtung und –Methode zur Glättung der Verzahnung eines Zahnrads entwickelt. Diese wurde komplett in die Fertigungslinie integriert und optimiert die Oberfläche der Hohlradverzahnung, was zur Verschleißminimierung der im Eingriff befindlichen Planetenräder führt. Dadurch arbeiten Automatgetriebe wie das 8HP und das 9HP von ZF noch länger mit optimaler Akustik.

(2) Die Division Pkw-Fahrwerktechnik schafft mit einem schwingungsfrequenzabhängig agierenden, passiven Dämpfersystem die Möglichkeit, den Fahrkomfort rein mechanisch und damit kostengünstig zu erhöhen. Eine speziell konstruierte Dämpfventileinrichtung gewährleistet, dass der Fahrzeugaufbau beispielsweise nahezu unbeeindruckt über Kopfsteinpflaster „schwebt“.

(3) Wenn Nutzfahrzeuge in Vertiefungen oder auf rutschigem Untergrund festsitzen, ist das für den Fahrer sehr anspruchsvolle Freischaukeln angesagt. Die ZF-Division Nutzfahrzeugtechnik entlastet Fahrer jetzt mit einem automatisierten System:
Das Fahrzeug erkennt per Software die Freischaukel-Situationen selbstständig und unterstützt den Lenker anschließend in wählbaren Automatisierungsstufen bei der Befreiung des Fahrzeugs – auf Wunsch kann sich das Fahrzeug auch komplett autonom befreien.  

(4) In elektrischen Fahrzeugantrieben spielt die Leistungselektronik eine zentrale Rolle – und ein Teil davon sind Hochstromleiterplatten. In mehreren Schichten aufgebaut, erfüllen diese vier Aufgaben – nämlich Hochstromführung, Ansteuerung, Stromverteilung und Schaltung. Durch eine neue Aufteilung der Layer, insbesondere aber dank einer fortschrittlichen elektromagnetischen Abschirmung und Entkopplung derselben stellt die ZF-Division E-Mobility eines sicher: Die Einzelfunktionen können sich nicht wie bislang allgemein üblich ungewollt beeinflussen.

(5) Aus der ZF-Division Industrietechnik kommt ein neues System für die Propeller großer Wasserfahrzeuge: Konkret handelt es sich dabei um eine getriebeintegrierte Dreheinheit, die die Schiffsschraube auch dann regelmäßig bewegt, wenn der Hauptantriebsmotor steht. So erleidet weder das Getriebe Standschäden noch kann der Propeller einfrieren oder zuwachsen. Zudem lässt sich der Propeller damit für Wartungsarbeiten in die jeweils optimale Position drehen. Dann wiederum erhöht die ebenfalls integrierte Schiffsschrauben-Sperrvorrichtung die Sicherheit.

Mit gleich vier Neuheiten ist die Division Aktive & Passive Sicherheitstechnik stark vertreten: (6) Prozesstechnisch sticht eine neuartige, dreiteilige teleskopische Lenkungsmontageanordnung hervor, die hohe Performance-Vorteile schafft. (7) Eine ganz andere Methode dient dazu, elektrische Leiter wie Heizdrähte in der Lenkradfertigung gleich parallel zum dafür nötigen Aufschneiden der Umschäumung einzubringen. Die dafür erforderlichen Produktionswerkzeuge sind ebenfalls Teil der Erfindung. (8) Mithilfe besserer Unterscheidungsalgorithmen eines Insassen-Rückhaltesystems gelingt es, die Aktivierung desselben schneller und intelligenter als bisher zu gestalten. (9) Und nicht zuletzt steigert eine integrierte mehrstufige Getriebeeinheit mit zwei zusätzlichen Zwischenrädern die Kraft eines elektronischen Parkbremsenaktuators derart, dass er künftig auch Schwerlastfahrzeuge davon profitieren lässt.

(10) Auch das Zentralressort Forschung und Entwicklung erhielt den Graf-von-Soden-Erfindungspreis für eine Sicherheitsinnovation: So bleiben mehrphasige Elektromotoren, wie sie beispielsweise für Fahrzeugantriebe und -lenkungen immer häufiger zum Einsatz kommen, dank der Erfindung auch im Extremfall funktionsfähig: Kommt es nämlich zum Komplettverlust einer Phase, modifiziert die Steuerungselektronik die verbleibenden Phasen derart, dass Antriebsleistung oder Lenkkraftunterstützung mindestens teilweise erhalten bleiben.

    ZF Friedrichshafen AG

    Graf-von-Soden-Platz 1, 88048 Friedrichshafen, Deutschland
    +49 (0) 7541 77-0

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