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Mit einem neuen HSC-Fräszentrum für die Dünfachs-Simultanbearbeitung erweitert Weiss die Kapazitäten im Formenbau

Fünf-Achs-Fräszentrum nimmt Betrieb auf: Weiss Kunststoffverarbeitung investiert in Formenbau

13. Juli 2015 | 11:27 Autor: MARK.KOM Österreich, Deutschland

Illertissen (D) „Make or buy“? Bei dieser Frage entscheidet sich die Weiss Kunststoffverarbeitung GmbH & Co. KG tendenziell eher für „Make“. Denn der Spezialist für anspruchsvolle Komponenten aus Hochleistungs-Kunststoffen sieht Vorteile darin, die Kompetenz über die gesamte Prozesskette hinweg im eigenen Hause vorzuhalten. Das gilt auch für den Formenbau. Deshalb hat Weiss jetzt in ein neues Fünfachs-Fräszentrum für die präzise Hochgeschwindigkeitsbearbeitung von Werkzeugstählen investiert.

Aus Sicht von Weiss ist der Formenbau eine Kernkompetenz des Kunststoff-Spritzgießens. Denn die Form ist nicht nur maßgeblich für die Maßhaltigkeit und Oberflächenqualität. Durch intelligentes Engineering im Formenbau lässt sich auch die Temperaturführung des Prozesses optimieren. Deshalb sind die Formen bei Weiss häufig mit integrierter Sensorik ausgestattet, die sowohl die Temperatur als auch den Füllgrad des Werkzeugs erfassen.

Darüber hinaus können zukunftsorientierte Ideen im Formenbau neue Funktionen und Eigenschaften von Bauteilen ermöglichen. Aktuelles Beispiel aus dem Fertigungsspektrum von Weiss ist ein hoch belastbarer Kettenspanner aus Polyamid für Kfz-Motoren, der mit einer gekrümmten Durchführung für den Ölmessstab ausgestattet ist.

Aus diesen Gründen setzt Weiss auf einen leistungsfähigen eigenen Formenbau, der durch die Investition in ein neues Fünfachs-Fräszentrum nochmals gestärkt wird.

Siebzehn Jahre nach der Anschaffung der ersten HSC-Fräsanlage erfolgt nun der Schritt von der Dreiachs- zur simultanen Fünfachsbearbeitung.

Martin Birnbrigl, Leiter des Formenbaus: „Wir können jetzt komplexere Konturen wie zum Beispiel Rippengeometrien mit sehr hoher Präzision fräsen – und das mit hoher Geschwindigkeit und bei Werkzeugen mit maximal 600 kg Gewicht. Die Spindel erreicht Drehzahlen bis 42.000 min-1 und sehr hohe Schnittleistungen selbst in durchgehärtetem Werkzeugstahl mit einer Härte bis 250 HRC. Alle Achsen sind digital angetrieben und werden über Wegmesssysteme mit einer Auflösung von 0,1 µ gesteuert.“

Somit kann Weiss jetzt die Kapazitäten im eigenen Formenbau erhöhen bzw. die Durchlaufzeiten verkürzen. Dazu trägt auch der automatische Werkzeugwechsler für 50 Werkzeuge bei. Die Anlage kann damit mannlos über ein ganzes Wochenende arbeiten und verschlissene Werkzeuge automatisch austauschen.

Auf das Vorfräsen mit einem Aufmaß von typischerweise 3/10 mm folgt die Endbearbeitung mit Fräswerkzeugen, die Durchmesser bis herab zu 0,2 mm aufweisen und in Kombination mit den Digitalantrieben in allen Achsen und den hochpräzisen Wegmesssystemen sehr geringe Toleranzen ermöglichen. Das schafft eine wichtige Voraussetzung nicht nur für  die Maßhaltigkeit der Kunststoffkomponenten, sondern auch für hochwertige Oberflächen, weil das Fräsbild sehr genau vorgegeben werden kann. 

Auch nach der Inbetriebnahme des Fünfachs-Fräszentrums wird Weiss nicht sämtliche Formen und Werkzeuge im eigenen Hause bauen. Geschäftsführer Jürgen B. Weiß: „Das hohe Volumen an Werkzeugen und Formen, das wir benötigen, erfordert eine Zusammenarbeit auch mit spezialisierten Formenbauern. Und der Vergleich mit externen Fertigungs-Dienstleistern fördert auch die eigene Wettbewerbsfähigkeit.“

  • Martin Birnbrigl (r.), Leiter des Formenbaus: „Wir können jetzt komplexere Konturen wie etwa Rippengeometrien mit sehr hoher Präzision und Geschwindigkeit fräsen.“
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  • Martin Birnbrigl, Leiter des Formenbaus
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  • Dipl.-Kfm. Jürgen B. Weiß, Geschäftsführender Gesellschafter Weiss Kunststoffverarbeitung
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  • GmbH & Co. KG
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  • (Fotos: WEISS)

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