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Foto: Stephanie Hofschlaeger|Pixelio

Hochschulen kooperieren zur Stärkung von KMU

28. März 2017 | 10:07 Autor: Internaltionale Bodensee-Hochschule IBH Österreich, Deutschland, Vorarlberg, Schweiz

Kreuzlingen (CH) Die Digitalisierungswelle ist in vollem Gange. Während einige wenige KMU digitale Innovationen selbst forcieren, sehen sich andere von internationalen Grossunternehmen unter Druck, ihre Digitalisierung voranzutreiben – wenn sie deren Zulieferer bleiben wollen. Die Internationale Bodensee-Hochschule IBH lancierte deshalb «KMUdigital» mit Beteiligung von Forschenden mehrerer Hochschulen. Beim Auftakt in Dornbirn vernetzten sie sich mit KMU aus der Region. 

Wieviel Digitalisierung muss in den Mittelstand? Wieviel Digitalisierung passt in den Mittelstand? Diesen Fragen will sich «KMUdigital» zuwenden. Dabei handelt es sich um eines von drei neuen Labs der Internationalen Bodensee-Hochschule IBH, dem Netzwerk von dreissig Hochschulen rund um den Bodensee. Am Mittwoch, den 22. März 2017, erfolgte der offizielle Startschuss für KMUdigital an der Fachhochschule Vorarlberg in Dornbirn. Das neue IBH-Lab wird zunächst für vier Jahre mit 2.3 Millionen Euro aus dem Regionalprogramm «Interreg V-Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein» der Europäischen Union gefördert.

Sieben Hochschulen beteiligt
«Wir wenden uns vor allem an traditionelle KMU, die auf die Digitalisierung reagieren müssen», erklärte Professor Dr. Oliver Haase, Vizepräsident Forschung der Hochschule Konstanz (HTGW). Unter seiner Leitung beteiligen sich Forschende folgender sieben Hochschulen am IBH-Lab KMUdigital: Hochschule Konstanz (HTWG), Fachhochschule Vorarlberg (FHV), Fachhochschule St.Gallen (FHS), Interstaatliche Hochschule für Technik Buchs (NTB), Pädagogische Hochschule Thurgau (PHTG), Zeppelin Universität Friedrichshafen (ZU) und Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW).

Die Praxis arbeitet mit
«KMU sind die Stütze unserer Wirtschaft, aber ihnen fehlen oft die Ressourcen, um eigene Forschung zu betreiben und sich auf den digitalen Wandel vorzubereiten», sagte Professorin Dr. Tanja Eiselen, Rektorin der Fachhochschule Vorarlberg. In diese Lücke springe das IBH-Lab KMUdigital. Eiselen begrüsste 70 Gäste aus Deutschland, dem Fürstentum Liechtenstein, Österreich und der Schweiz. Die Forschenden präsentierten dabei die ersten drei konkreten Projekte, die KMU in der Region im digitalen Wandel und so in ihrer Wettbewerbsfähigkeit unterstützen. Alexandra Boger von der HTWG Konstanz koordiniert das IBH-Lab KMUdigital: «Ziel war einerseits der Austausch unter den Forschenden der drei Projekte und andererseits die Vernetzung mit interessierten Unternehmen.» Dies sei gelungen. Die Vertreterinnen und Vertreter aus der Wirtschaft betonten, es sei wichtig, dass sie von Beginn an in die Projekte eingebunden würden. So zeigten sie sich auch gewillt, aktiv mitzuarbeiten.

Gesetzeslage, Produktion und Geschäftsmodelle optimieren
Dr. Marcus Kurth, Professor an der HTWG Konstanz, stellte das Projekt «i4Production» vor. Dabei geht es um digitalisierte Produktionsprozesse und Lieferketten mehrerer Unternehmen. «Beim Thema Produktion gibt es noch viel Potenzial, um effizienter zu werden», so Kurth. Dazu gehöre beispielsweise auch die Einbindung von Kunden in die Produktentwicklung. Das zweite Projekt «Digitale Agenda Bodensee» beschäftigt sich mit den politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Digitalisierung. Am Anlass zeigte sich, dass diese von den Unternehmen als störend wahrgenommen werden. «Ziel ist die Erarbeitung eines Weissbuchs mit konkreten Handlungsempfehlungen, um politische Prozesse in der Region zu beeinflussen – zugunsten der Digitalisierung von KMU», erklärt hierzu Dr. Markus Rhomberg, Professor an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Das dritte Projekt blickt aus betriebswirtschaftlicher Perspektive auf die Digitalisierung in KMU und will dafür einen «Digitalisierungsnavigator» etablieren. Dr. Christian Thiel, Professor an der FHS St.Gallen, stellte diesen vor: «Es geht um die Fragen: Welche Aspekte der Digitalisierung haben für ein bestimmtes KMU am meisten Potenzial? Wie kann es diese mit möglichst kleinem Risiko umsetzen?» Dafür kreiert das Forscherteam einen digitalen Fitness-Check. Bis 2018 wird das IBH-Lab KMUdigital drei weitere Projekte anstossen.

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