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Gabriele Lösekrug-Möller, Parlamentarische Staatssekretärin (Foto: Zukunft Personal / Franz Pfluegl)

Gelungener Abschluss der Zukunft Personal 2015: Steigende Kennzahlen und Future Talk – „arbeiten 4.0“ ist kein Selbstläufer

21. September 2015 | 09:23 Autor: spring Messe Management Österreich, Deutschland

Köln (D) Am 17. September ging die Zukunft Personal 2015 mit einem sehr guten Ergebnis zu Ende: 15.262 Besucher kamen zu einer hochspannenden und innovativen Ausgabe von Europas größter Messe für Personalmanagement in die koelnmesse, wo 651 Aussteller ihre HR-Lösungen präsentierten. Gabriele Lösekrug-Möller, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, berichtete über den im April dieses Jahres gestarteten Dialogprozess „Arbeiten 4.0“ und ermutigte die Messebesucher, sich weiterhin mit Ideen, Erfahrungen und Anregungen engagiert einzubringen. In einer anschließenden Diskussion gaben Personalexperten dazu konkrete Anregungen.

15.262 Personalentscheider, Führungskräfte und Mitarbeiter von Personalabteilungen waren an den drei Messetagen vor Ort – 1.050 Besucher mehr als im Vorjahr und sogar minimal mehr als im bisherigen Rekordjahr 2013. „Alle Kennzahlen gehen nach oben. Wir sind sehr zufrieden, dass wir nicht nur bei den Ausstellern und der verkauften Fläche einen deutlichen Sprung machen konnten, sondern auch bei den Besuchern“, resümiert Ralf Hocke, Geschäftsführer von spring Messe Management. „Das Feedback der Aussteller ist sehr positiv. Sie honorieren unser Engagement, die Messe mit dem digitalen Wandel zu verändern und den Markt in seiner Wandlungsfähigkeit zu unterstützen. Viele loben insbesondere die verschiedenen neuen Formate, die thematische Ausrichtung und den starken Innovationskurs der Messe.“

„Trotz Robotisierung wird Arbeit nicht wegfallen“
Inwiefern müssen sich Führung und Personalarbeit in einer digitalen Ära neu erfinden? Wie können Betriebe Menschen für die zukünftige Arbeitswelt besser qualifizieren? Wie verhindern wir, dass sich Menschen angesichts der Trends in der digitalen Arbeitswelt in einem rechtsfreien Raum wiederfinden? „Wir wollen über Arbeiten 4.0 reden. Denn trotz allen Fortschritts, trotz Robotisierung, trotz vernetzter Systeme und Entwicklungen, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können, wird die Arbeit ja nicht wegfallen“, erklärte Gabriele Lösekrug-Möller, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, auf der Zukunft Personal. Sie war in Vertretung der angekündigten Bundesministerin zur Messe gekommen, da Andrea Nahles zeitgleich an der Trauerfeier für den SPD-Politiker, Mitstreiter von Willy Brandt und Architekten der Ostpolitik Egon Bahr teilnahm.

Aussicht auf „Bundesagentur für Arbeit und Qualifizierung“
Gabriele Lösekrug-Möller begrüßte, dass die Messe Zukunft Personal 2015 das Thema „arbeiten 4.0“ als Motto gewählt hatte. Die europaweit größte Messe für Personalmanagement habe auch diesmal ihre Tradition fortgesetzt, im Frühherbst neue Impulse zu zentralen Themen der Arbeitswelt zu geben. Auf dem Messerundgang begegnete die Parlamentarische Staatssekretärin nicht nur „Oscar the Robot“, der ihr die zukünftige Zusammenarbeit von Mensch und Maschine vor Augen führte, sondern lernte auch verschiedene Lösungen der Aussteller für die Arbeitswelt von morgen kennen. Anschließend betonte Gabriele Lösekrug-Möller auf der Bühne, dass Qualifizierung zum Leitmotiv werden müsse und dass sie sich zukünftig eine „Bundesagentur für Arbeit und Qualifizierung“ vorstelle, die nicht erst ins Spiel komme, wenn Arbeitslosigkeit drohe oder eintrete, sondern die Menschen für den Arbeitsmarkt in Zeiten der Digitalisierung fit mache. In Bezug auf einen Programmpunkt der Messe mit dem Titel „Rock around the clock“ forderte die Parlamentarische Staatssekretärin, die Arbeit dem Lebensrhythmus individuell anzupassen und verwies dabei auf die Thementage „Arbeiten 4.0“ der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA).

arbeiten 4.0 ist kein „walk in the park“
In einer anschließenden Diskussionsrunde wies Trendforscher Sven Gábor Jánszky, Direktor des 2b AHEAD ThinkTanks, auf eine weitere Entwicklung hin: „Wenn es gut läuft haben wir in Deutschland bald zwei Millionen fehlende Arbeitskräfte, wenn es schlecht läuft sind es fünf Millionen.“ Hierzulande seien die Menschen seit Jahrzehnten von der Grundangst, den Arbeitsplatz zu verlieren, getrieben – eine Angst, die bei 40 bis 60 Prozent der Menschen aufgrund der neuen Arbeitsmarktsituation und des Fachkräftemangels vergehen werde. Gleichwohl dürften Unternehmen die 40 Prozent nicht vergessen, denen Sicherheit weiterhin am wichtigsten sei. „Wenn sich der Markt dreht, sind die Erfolgskonzepte von heute in Zukunft nicht mehr anwendbar.“ In einer digitalen Welt würden Eigenschaften wie Mut, Verantwortung, Reflexion oder Programmieren als Kulturtechnik immer wichtiger. Loyalität gelte eher Projekten statt dem Unternehmen oder den Führungskräften. „Wir müssen die Grundlagen der technologischen Entwicklung verstehen“. Das gelte insbesondere für den Personalbereich, da sonst viele Funktionen von anderen Fachbereichen übernommen würden. Dabei könne es in der Hälfte der Betriebe gar keine Personalabteilung mehr geben.

iPhone des Personalmanagements der Zukunft erfinden
„Wir brauchen Unternehmen, die wirklich proaktiv vorgehen und nicht Getriebene der Technik sind“, konstatierte auch Prof. Dr. Gunther Olesch, Geschäftsführer von Phoenix Contact, Weltmarktführer für elektronische Verbindungstechnik mit 14.000 Mitarbeitern und laut diversen Rankings einer der besten Arbeitgeber Deutschlands. Das Unternehmen bringe Ingenieure, die sich vor allem damit beschäftigten, die Technik zu optimieren, mit Personalern und Betriebsräten zusammen. „Wir Personaler müssen die Technologie verstehen, um sie bestmöglich auf den Menschen ausrichten zu können. Es gilt, trotz aller Komplexität eine Arbeitswelt zu schaffen, vor der keiner Angst hat und mit der die Menschen einfach umgehen können –wie bei der Entwicklung des iPhones.“ Bei Phoenix Contact bekommen die Führungskräfte etwa ein variables Gehalt, je nach Ergebnissen und Zufriedenheit der Mitarbeiter. „Das haben wir auch gegen den Widerstand der Führungskräfte durchgesetzt. Das war kein walk in the park und ging nicht von heute auf morgen“, so der Geschäftsführer.

Start-ups als Role Model für die Arbeitswelt der Zukunft?
„Viele Start-ups haben eine Antwort auf das Problem der Flexibilität gefunden“, erklärte Cindy Rubbens, Personalleiterin von DaWanda, einem Online-Marktplatz für Handgemachtes. Es gehe dabei nicht nur darum, flexibel arbeiten zu können, sondern auch Sinn anzubieten. „Wenn ich feststelle, die Werte im Unternehmen sind nicht so, wie ich sie erwartet hatte, dann ist in der Probezeit schon Schluss. Einem Job ohne Bedeutung sage ich Tschüss und suche mir eine andere Firma“, so die 32-jährige Belgierin. Um den aktuellen Herausforderungen im Personalmanagement besser begegnen zu können, habe sich in Berlin ein Skype-Chat von Personalern aus 130 Start-ups entwickelt. „Da kommt eine Frage von der Geschäftsführung und dann geben uns die Fachkollegen im Netzwerk, die das Problem auch schon einmal hatten, Tipps dazu.“

Nächster Termin: 18. bis 20. Oktober 2016

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